Jetzt ist das Gejammer groß bei allen, die dem griechischen Staat Geld geliehen haben. Es konnte ja angeblich niemand mit einem Kreditausfall rechnen, weil Staatsanleihen schließlich bislang als sicher galten. Da lachen ja die Hühner. Wenn die gesamte Finanzwelt einen Zahlungsausfall in Griechenland kategorisch ausgeschlossen hätte, dann hätten die Anleger auch keine höheren Zinsen für griechische Staatsanleihen bekommen dürfen, als beispielsweise für deutsche Anleihen. Sollte doch eigentlich logisch sein, oder? Höhere Zinsen gelten im Bankwesen gemeinhin als RISIKOAUFSCHLAG.

Es ist also mehr als unredlich, sich nun über Kreditausfälle zu beschweren. Niemand musste sich eine goldene Nase mit hohen Zinsen bei griechischen Staatsanleihen verdienen. Aber Gier macht ja bekanntlich blind. Wer zum Beispiel bewusst in deutsche Staatsanleihen investiert hat (und nur halb so viel oder noch weniger Zinsen eingestrichen hat), muss sich doch verhöhnt vorkommen, wenn Zocker fordern, dass der Staat jetzt für ihren Kreditausfall einspringen soll. Man stelle sich vor, jemand geht in ein Spielcasino und riskiert sein gesamtes Vermögen am Pokertisch. Wenn alles gut geht sind die Gewinnchancen verführerisch. Aber wenn das Spiel verloren geht, ist das Geld nunmal futsch. Da hilft dann ja auch kein Jammern, dass der Staat gefälligst für die Verluste einzuspringen hat.