Wenn es zur nächsten großen Wirtschaftskrise kommt, soll bitteschön niemand behaupten, dass man das nicht ahnen konnte. Jedes Schulkind kann einem erzählen, dass sich Schulden nicht mit neuen Schulden abbauen lassen - spätestens wenn mal in Mathe spaßeshalber Zinsen und ihre Tilgung berechnet werden. Aber unsere Volksvertreter wollen es uns trotzdem auf die Nase binden. Für wie blöd haltet Ihr uns eigentlich?


Mal ganz abgesehen davon, dass uns allerspätestens durch die demographische Entwicklung unseres Landes unsere Schulden um die Ohren fliegen. Derzeit muss allein der Bund jedes Jahr über 14 Prozent seiner Einnahmen  (etwas über 41 Miliarden Euro) nur für Zinszahlungen ausgeben (siehe Bundeshaushalt 2009). Damit wird kein Cent bestehender Schulden abgebaut, wohlgemerkt. Da aber weiter munter Schulden aufgenommen werden, kann dieser Zinsposten im Haushalt nur wachsen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass unsere Bevölkerung in den nächsten Jahrzenten dramatisch schrumpfen wird (laut statistischem Bundesamt werden 2060 bis zu 34 Prozent weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland leben), liegt auf der Hand, dass die Schulden pro Einwohner sogar ohne weitere Schulden dramatisch steigen werden. Dadurch wird die Handlungsfähigkeit des Staates zunehmend eingeschränkt.

Es sollte also jedem klar sein, dass ein "weiter so" kein gangbarer Weg ist. Aber die schwarzgelbe Bundesregierung geht wider besseren Wissens den Weg massiver neuer Schulden und Steuergeschenke für Klientelgruppen (z.B. die Senkung des Steuersatzes für Hoteliers - glaubt eigentlich irgendjemand, dass mehr Firmen ihre Mitarbeiter in Hotels übernachten lassen, wenn sie dort ein paar Euro weniger bezahlen müssen? Und glaubt überhaupt jemand, dass Hoteliers die Steuersenkung in vollem Maße an ihre Kunden weitergeben?).

So. Habe mich erstmal genug aufgeregt und wollte ja auch gar keinen Roman schreiben. Wer mehr zum Thema lesen möchte, kann sich diesen schlauen Kommentar auf Spiegel Online durchlesen.